Evangelische Kirchengemeinde Hiesfeld - leben & erleben

Auf ein Wort


"Unser Sonntag ist uns heilig."



Liebe Leserinnen und Leser!

"Das ist die schönste Zeit für mich….die Ferienzeit, der Urlaub…." Aus einem Gespräch über die Vorfreude auf die bevorstehende Reisezeit. Sie werden ersehnt. Die Ferien, der Urlaub. Von Schülerinnen und Schülern, von Lehrerinnen und Lehrern, von all denen, die einer festen Tätigkeit nachgehen. Wie wohltuend sind für Leib und Seele ungewohnte fremde Gerüche, anderes Schmecken, geweitete Blicke und Perspektiven, neue Horizonte, durchbrochene Rhythmen.... So komme ich auf andere Gedanken, denke und danke für das Leben, für mein eigenes, für das meiner Lieben, dafür, dass ich mehr als Brot und Wasser und ein Dach über dem Kopf habe.
Im Auf und Ab der Zeiten mit unterschiedlichsten Tiefpunkten - sogar ungeahnten Untiefen – aber auch freudigen Zeiten und Höhepunkten haben wir Ruhepausen nötig.
Die Bibel erzählt wunderbar, geradezu märchenhaft, davon, dass am siebten Tag, nachdem Gott seine Schöpfung vollendet hatte, er ruhte und sich an seinem Werk erfreute. Ein Hinweis also darauf, dass Ruhepausen zum Wesen des Lebens von Anfang an dazugehören. Wie sollten wir ohne Pause, ohne Besinnung, ohne Gelassenheit auskommen? Wer immer nur arbeitet, unaufhörlich schafft – manchmal sogar nachts – ist mit Sicherheit bald geschafft. Ruhe ist wie Arbeit von Gott geschenkte – wertvolle - Zeit.
So wurde der siebte Tag der jüdische Sabbat. In der christlichen Tradition trat der Sonntag als erster Tag der Woche an diese Stelle (obwohl wir ihn fälschlicherweise zum sog. Wochenende rechnen). Der Sonntag jedenfalls ist ein arbeitsfreier Tag, zur „seelischen Erhebung“ so steht es im Grundgesetz. Leider ist diese gute Sonntags-Tradition verschwommener geworden. Ich befürchte, sie droht langfristig zu verschwinden. Immer mehr verkaufsoffene Sonntage gibt es. Auch sonntags "shoppen§ gehen. Dafür setzt sich z.B. die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen mit der Änderung der Ladenöffnungszeiten am Sonntag ein. Dafür führt sie - auf den ersten Blick - harte Fakten für ihre Begründung auf: Dass sich das Freizeitverhalten geändert habe, dass man die Freiheit habe, selbst zu entscheiden, wann und wo man einkaufe, wann und wie man ausruht. Doch wie ist die Freiheit der Frau an der Kasse zu sehen oder die der Geschäftsinhaberin oder des Chefs, der aus Konkurrenzgründen gezwungen ist, sonntags den Laden zu öffnen?
Der Sonntag droht seine besondere Stellung mit Werten wie Ruhe, Erholung, seelischer Erhebung zu verlieren. Dem können wir ganz persönlich und in unseren Gemeinden als christliche Kirche entgegentreten. Wir können unserem Leben mit Arbeit und Ruhe, Alltag und Sonntag einen heilsamen Rhythmus schenken. Arbeit kostet Zeit und Kraft. Im Alltäglichen des Jahres brauchen wir Unterbrechung, Ruhepausen. Ferien und Urlaub, den Sonntag. Was wir leisten und tun - sechs Tage – braucht einen siebten Tag, einen heilsamen Ruhetag. Der Sonntag. Er ist da zum Danken und Denken. Er möchte Kraft verleihen und schenkt Segen – das ist unser Gottesdienst: Zeit gegen die Leere und für die Fülle, Raum gegen Misslungenes und für Gelingendes, Ort gegen Unrast und für Ruhe. Ein solcher Sonntag ist uns heilig. Er gibt der Seele einen Sonntag und dem Sonntag eine Seele.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine insgesamt gute Zeit und grüße Sie herzlich
Ihr
Superintendent Friedhelm Waldhausen



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