Evangelische Kirchengemeinde Hiesfeld - leben & erleben

Auf ein Wort


Liebe Gemeindeglieder,

der italienische Künstler Giotto di Bondone stellt in seinem um 1300 gemalten Bild dar, wie Jesus in Jerusalem einzieht.

Wir sehen im Hintergrund die Türme der Stadt Jerusalem, die dargestellt sind wie ein mittelalterliches Stadttor oder eine Burg. Eine Menge Leute strömt aus dem Stadttor heraus. Sie sind reich gekleidet und sind neugierig. Sie wollen Jesus sehen. Der, von dem sie schon so viel gehört haben, von seinen Wundern, von dem, was er über Gott sagt, der kommt nun und wird empfangen wie ein Superstar. Die feinen Kleider werden vor ihm ausgebreitet. Ein Mann kniet sogar vor ihm als Zeichen der Unterwerfung. Jesus reitet auf einem Esel. Er erhebt die Hand zum Segensgruß.

Hinter ihm folgen die Jünger, von Petrus angeführt. Im Hintergrund schneiden Menschen Palmenblätter aus den Bäumen, um sie vor Jesus auf den Weg zu streuen.

Jesus zieht in Jerusalem ein und weiß sicher schon, was ihn dort erwartet. Er hört die Menschen "Hosianna!" schreien. Nicht lange wird es dauern, dann schreien sie "Kreuzige ihn!" Jetzt ist er der Superstar. In ein paar Tagen wird er wie ein Verbrecher am Kreuz sterben, einsam und verhärmt.

 

Liebe Gemeinde,

wenn dieser Gemeindebrief erscheint, dann sind wir mitten in der Passionszeit, den 6 ½ Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern, in denen Christinnen und Christen in aller Welt über das Leiden und Sterben Jesu nachdenken. In dieser Zeit sind wir eingeladen, uns mit Jesus auf den Weg zu machen.

Jesus leidet unter der Gewalt. Und in diesem Leiden wird er zum Bruder aller Menschen, die leiden müssen. Er ist Vorbild denen, die Unbequemes sagen und tun müssen. Gottes Willen zu verkünden heißt auch für uns Christinnen und Christen zu sagen, was falsch läuft, und was gegen Gottes Willen ist, so wie Jesus es in Jerusalem getan hat. Sich bekennen zu Jesus Christus heißt auch: Seinen Weg mitgehen, wenn es schwierig wird. Wir in Deutschland haben gut reden. Das Christentum ist bei uns nicht verboten, wie z.B. im Iran.
Dennoch ist es auch bei uns nicht immer einfach, ein Christ zu sein. Wir werden nicht bestraft, unser Leben ist nicht in Gefahr. Aber belächelt werden Christinnen und Christen auch bei uns schon manches Mal. In der Presse oder im Internet lese ich oft kirchenfeindliche Kommentare, die mich immer sehr traurig stimmen, auch wenn ich natürlich um die Fehler und Schwächen unserer Kirche weiß.

Jedoch: Wenn wir schwierige Wege gehen müssen, durch Leid und Enttäuschung, Krankheit und Tod, dann dürfen wir wissen, dass dieser Jesus uns zum Bruder wird.
Gott ist mit mir, auch wenn ich gerade durch die Hölle gehe. Jesu Verbindung zum Vater ist nicht abgerissen, auch nicht in der schlimmsten Todesstunde am Kreuz und in der scheinbaren Ferne von Gott.
Auch für uns ist Gott da. Immer. In Trauer, in Angst, in Einsamkeit, in Lieblosigkeit und Enttäuschung, in der Verfolgung.
Im Kreuz Jesu ist die Vergebung. Für mich und für alle anderen.

"Du, Gott, schützt mich, du, Gott, stärkst mich, du, Gott, machst mir Mut"

So heißt es in einem Lied. Und sicher darf jeder und jede von uns auf Situationen im Leben zurückschauen, in denen man geschützt und gestärkt wurde. Situationen, in denen die Hilfe, an die wir nicht mehr geglaubt haben, dann doch kam. Wir werden stark gemacht durch die Worte der Bibel. Gestärkt für unseren Alltag, für die Schule, für unseren Arbeitsplatz, für das Leben in unserer Familie und in unserer Nachbarschaft.

Und so gestärkt, im Wissen, Gott ist da, auch an den Tiefpunkten des Lebens, dürfen wir in die Passions- und Fastenzeit gehen.

Unter dem Kreuz dürfen wir die Liebe Gottes erfahren. Ich wünsche Ihnen allen diese gute und wichtige Erfahrung.

Herzlichst

Ihr Jörg Munkes



Zurück nach oben

Download
Der aktuelle Gemeindebrief:
leben & erleben
(PDF-Datei)
Losung
Ein Bibelwort für den heutigen Tag.
 

© 2006 by Evangelische Kirchengemeinde Hiesfeld | Impressum