Evangelische Kirchengemeinde Hiesfeld - leben & erleben

Auf ein Wort


Wenn der Frühling kommt,
von den Bergen schaut,
wenn der Schnee im Tal
und von den Hügeln taut,
wenn die Finken schlagen
und zu Neste tragen,
dann beginnt die liebe,
gold‘ne Zeit.

Wenn der Weichselbaum
duft'ge Blüten schneit,
wenn die Störche kommen
und der Kuckuck schreit,
wenn die Bächlein quellen
und die Knospen schwellen,
dann beginnt die liebe,
gold'ne Zeit.

Moritz Hauptmann


Liebe Gemeindeglieder

als ich in den 70er und frühen 80er Jahren zunächst zur Grundschule und dann zum Gymnasium gegangen bin, wurde im Musikunterricht noch viel gesungen. Wie z.B. dieses schöne alte Frühlingslied von Moritz Hauptmann, der von 1792 bis 1868 lebte. Die Älteren unter Ihnen werden es vielleicht noch kennen. Der Musikunterricht war für mich immer eine besondere Freude, weil ich schon damals gerne sang. Mein Musiklehrer Herr Kaiser brachte uns viele alte Volkslieder bei.
Vor allem in der Frühlingszeit von März bis Mai wurde gesungen: "Im Märzen der Bauer", "Nun will der Lenz uns grüßen" oder "Der Mai ist gekommen" und vieles andere. Der Frühling gehörte für mich immer zu den schönsten Jahreszeiten, weil nun der lange, dunkle Winter vorbei war, die Sonne wieder öfter schien und die Natur erwachte. Die Schneeglöckchen, die hinter meinem saarländischen Elternhaus im Garten noch heute an einer geschützten Stelle hinter einer Mauer wachsen, kündigten den Frühling an und wenn im März die Krokusse blühten, dann war er da, unweigerlich. Der Winter hatte ausgespielt.
Frühling heißt für mich auch heute noch Neuanfang. Die Natur erwacht, die Zugvögel kommen wieder. Osterglocken, Tulpen und Narzissen sind seine weiteren Boten. Das Leben bricht sich Bahn – unverwüstlich, jedes Jahr neu.
Da mag der Winter noch so kalt und düster gewesen sein. Irgendwann ist er vorbei, ist besiegt, und der Kreislauf des Lebens beginnt neu.
Das Osterfest kann man nur im Frühling feiern. Denn Ostern bedeutet ja Neuanfang. Der Tod ist überwunden. Das Leben siegt.
Zunächst einmal machen wir uns aber im März und April auf den Weg durch die 6 ½ Wochen der Passionszeit, von Aschermittwoch bis Karfreitag, eine stille und ernste Zeit im Kirchenjahr, in der Christinnen und Christen das Leiden und Sterben Jesu begehen. Leid, Tod, Not, Krankheit und Schmerz sind nun einmal in der Welt und gehören zu unserem Leben dazu. In ihnen ist uns Jesus Christus vorangegangen und zum Bruder geworden. Doch dann kommt Ostern.
In seinem Kreuz auf Golgatha liegt die Vergebung der Schuld. Doch beim Kreuzestod ist es nicht geblieben.
Das Leben hat in Jesus Christus über den Tod gesiegt. Ein für alle Mal. Das ist die Erfahrung von Ostern. Das Grab ist leer. Es ist so wie es der Wochenspruch für die Osterwoche sagt:
Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. (Offenbarung 1,18)
In seinem Tod und seiner Auferstehung wird das Leben neu.
Der Tod behält nicht die Oberhand. Das Leben siegt.
Wenn ich als Pfarrer auf dem Friedhof stehe, weil Menschen einen lieben Angehörigen zu Grabe tragen müssen, dann ist mir diese begründete Hoffnung sehr wichtig, und ich betone es jedes Mal. Ich denke, wir können es gar nicht oft genug sagen, dass diese Welt nur eine vorläufige ist zur Welt Gottes, die einmal sein wird.
Christen haben eine Hoffnung. Und die feiern wir an jedem Sonntag, vor allem aber am wichtigsten Fest des Kirchenjahres, nämlich an Ostern.
Mit Ostern ziehen das Lachen und die Freude in unser Leben ein. Die Erfahrung von Tod und Trauer wird überwunden, denn Gott macht alles neu.
Es ist so wie der Liederdichter Paul Gerhardt schreibt:

"Die Welt ist mir ein Lachen Mit ihrem großen Zorn,
sie zürnt und kann nichts machen,
all Arbeit ist verlorn.
Die Trübsal trübt mir nicht
Mein Herz und Angesicht,
das Unglück ist mein Glück,
die Nacht mein Sonnenblick."


Ich wünsche Ihnen einen schönen Frühling und – nach der ebenso wichtigen, ernsten und etwas stilleren Passionszeit – ein gesegnetes und fröhliches Osterfest.

Herzlichst
Ihr
Jörg Munkes



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