Evangelische Kirchengemeinde Hiesfeld - leben & erleben

Auf ein Wort





Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

(Apostelgeschichte 5,29b)


Liebe Gemeinde,

im 5. Kapitel der Apostelgeschichte lesen wir, wie es den Jüngern Jesu ergangen ist. Damals, ganz am Anfang der Kirchengeschichte, zur Zeit der frühen Christen, war Christsein nicht einfach. In diesem Kapitel lesen wir von den ersten Verfolgungen. Die Jünger mussten ins Gefängnis, doch Gott hatte sie durch seinen Engel befreit. Dann wurden sie vor Gericht gestellt. Sie ließen sich nicht verbieten, das zu vertreten, woran sie glaubten.

Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Petrus sagt diesen Satz vor Gericht. Er und die anderen frühen Christen sollten zum Schweigen gebracht werden. Die Botschaft wurde nicht gerne gehört, obwohl es doch die frohe Botschaft war, dass Gott die Menschen so liebt, dass er ihnen seinen einzigen Sohn geschenkt hat. Was war die Botschaft Jesu gewesen? Kranke hatte er geheilt, den Schwachen geholfen, die, auf die keiner achtete und keiner haben wollte, in den Mittelpunkt gestellt, die Großen und Mächtigen verantwortlich gemacht für die Kleinen und Armen.

Petrus und die anderen Jünger standen ein für ihren Glauben und nahmen Gefängnis und Folter auf sich. Später gab es sogar den ersten Märtyrer: Stephanus, der für seinen Glauben sterben musste.

Christinnen und Christen wurden verfolgt, von Anfang an. Später waren sie dann leider auch die Verfolgenden, beispielsweise bei den Juden. Hier hat das Christentum immer wieder bis ins 20. Jahrhundert hinein schreckliche Schuld auf sich geladen.

Doch Christsein bedeutet einzustehen für den eigenen Glauben und für das, was Gott will.

Im April dieses Jahres begingen Protestanten die 500jährige Wiederkehr des Auftritts Martin Luthers vor dem Reichstag zu Worms. Er sollte vor dem Kaiser seine Schriften und die darin enthaltenen Lehren zurücknehmen. Wie wir alle wissen, weigerte sich Luther und begab sich damit in Lebensgefahr. Der Kaiser verhängte die Reichsacht über ihn.

Durch diesen mutigen Schritt nahm die evangelische Kirche ihren Anfang.

Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.

So wie Jesus selbst für seine Überzeugungen einstand bis zum Tod am Kreuz, so wie es die Jünger Jesu getan haben – und ich könnte viele weitere Beispiele nennen wie Martin Luther, Dietrich Bonhoeffer, Martin Niemöller oder Dorothee Sölle – so sind auch wir aufgefordert, im Sinne Jesu zu handeln. Als Protestanten stehen wir in der guten Tradition des Protestierens. Nicht wie zur Zeit der Reformation gegen die katholische Kirche – das sind unsere Geschwister – sondern gegen alles, was Menschen unterdrückt oder ihnen ihre Rechte nimmt, gegen autoritäres Denken und Unterdrückung von Meinungsfreiheit.

In diesem Sinne müssen wir auftreten als Christen – auch heute, für die Rechte von Kindern, von Alten, Menschen mit Handicaps, für Geflüchtete und gegen Radikalismus.

Wir dürfen uns auch mal wehren gegen ungerechte Entscheidungen in der Politik und selbst in unserer Kirche. Ich möchte nicht hinter dem Berg halten mit der Botschaft. Ich stehe frei ein für meine Überzeugungen. So verstehe ich Gehorsam Gott gegenüber.

Lassen Sie uns widerstehen und dem Rad in die Speichen fallen – in Kirche und Gesellschaft.


Herzlichst, Ihr Jörg Munkes



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