Evangelische Kirchengemeinde Hiesfeld - leben & erleben

Dorfkirche

Evangelische Dorfkirche Hiesfeld, Krengelstraße 6, 46539 Dinslaken

Die Dorfkirche ist das Wahrzeichen von Hiesfeld und liegt im Zentrum von Hiesfeld, direkt am Markt.

Gottesdienste
Ort der Stille
Konzerte
Laienspielgruppe "Die kleine Bühne"
Historischer Taufstein
Signetverleihung
Renovierung der Kirchturmspitze
Ausstellung "Der Sündenbock"
Baugeschichte der Dorfkirche

Ansicht

Dorfkirche Hiesfeld

Dorfkirche Hiesfeld, Am Markt

Dorfkirche Innensansicht

Innenansicht

Gottesdienste

  • Sonntags um 10:45 Uhr sowie an allen kirchlichen Feiertagen.
  • Kirchliche Trauungen.
  • Gottesdienste zu Hochzeitsjubiläen.

Ein Ort der Stille - verlässlich geöffnete Kirche

Signet

Seit dem 25. April 2009 ist es offiziell: die Hiesfelder Dorfkirche öffnet in der Zeit von Ostern bis Erntedankfest von montags bis freitags zwischen 11 und 15 Uhr ihre Türen. Sie steht dann allen offen, die Ruhe suchen, beten wollen oder ganz einfach die Kirche anschauen möchten. Darum wurde ihr jetzt das Signet "verlässlich geöffnete Kirche" verliehen.



Stefan Teichmann vom Amt für Gemeindeentwicklung und Missionarische Dienste in Wuppertal enthüllte feierlich das Schild am Eingang der Kirche in einem Festakt. Zuvor hatte Pfarrer Friedhelm Waldhausen in einem Gottesdienst die Besucherinnen und Besucher mitgenommen auf eine Reise durch die lange Geschichte der Kirche. Dem Heiligen Cyriakus geweiht, war sie vor über 800 Jahren in ihrer ersten Form erbaut worden. Während der Reformation im Jahr 1585 wurde sie dann zu einer evangelischen Kirche. Tausende, ja Millionen von Menschen, so rechnete Pfr. Waldhausen hoch, haben sich seitdem dort eingefunden zum Beten, zu sonntäglichen Gottesdiensten, Trauungen, Taufen, Beerdigungen. Auch unter den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern waren viele, die ihre eigene Geschichte mit dieser Kirche haben, wie in einer Befragung während des Gottesdienstes deutlich wurde. Jüngster Fan war ein kleines Mädchen aus dem Kindergarten, das die alte, weiße Dorfkirche zu "seiner" Kirche erkoren hat.

Für die, die während der Öffnungszeiten an Wochentagen herein schauen, ist die Kirche ein Ort der Stille, ein Ort zum Ausruhen nach einem Einkauf auf dem schräg gegenüber liegenden Wochenmarkt oder ein Ort zum Beten. Und für neugierige Pilger und Kirchentouristen ist sie ein Ort, an dem es viel zu entdecken gibt.
Schauen Sie doch mal rein!

Öffnungszeiten:
in der Zeit von Ostern bis Erntedankfest
Montag - Freitag 11.00 -15.00 Uhr

Die Zeit der Stille in der Dorfkirche
jeweils am 1. Samstag im Monat von 11:00 - 12:00 Uhr

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Konzerte

Jedes Jahr an einem Samstag im Advent findet die Adventsmusik unter Mitwirkung aller Chöre und Musikgruppen unserer Gemeinde statt.

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Historischer Taufstein kehrt nach 180 Jahren zurück in die Hiesfelder Dorfkirche

Beim Betreten der Kirche vor dem Festgottesdienst am 6. April war er noch verhüllt: der historische Taufstein, der nach 180 Jahren im Exil in der Abteikirche Hamborn zurückgekehrt ist in die Hiesfelder Dorfkirche. Der Gottesdienst war dem Thema Taufe gewidmet, dem Zeichen der Christen, das seit der Taufe Jesu vom offenen Himmel und der Zusage der Gnade Gottes erzählt. Am Ende des Gottesdienstes, wurde der Taufstein dann feierlich enthüllt. Zunächst wehrte er sich noch etwas bei der Entfernung des metallenen Deckels. Aber nachdem das Schloss mithilfe des neu angefertigten Schlüssels geöffnet war, gab er den Blick auf sein Innerstes frei: einen Korb mit symbolischen gläsernen Wassertropfen, die zur Erinnerung an alle Gottesdienstbesucher ausgeteilt wurden.

Im Anschluss an den Gottesdienst erzählten Dr. Ingo Tenberg als Historiker, Arnd Sondermann als Steinmetz und Erich Schult als Vorsitzender der Förderstiftung Dorfkirche von der bewegten Geschichte des Taufsteins.

Dr. Ingo Tenberg berichtete von der detektivischen Arbeit zur Bestimmung des Alters und der Herkunft des mittelalterlichen Taufbeckens, das seiner Meinung nach zwischen 1368 und 1521 entstanden ist. Das eingeschlagene Doppelwappen mit Lilienhaspel und Schachbrettmuster lassen, so Tenberg, auf eine Herkunft aus dem kleve-märkischen Herzoghaus schließen.
Nach seiner Hiesfelder Zeit gelangte der Stein auf Initiative des katholischen Pfarrers Werner Dahlmann im Jahr 1836 in die katholische Abteikirche in Hamborn. Dahlmann kaufte das Sandstein-Taufbecken seinem evangelischen Amtskollegen Pfarrer Hausemann aus Hiesfeld für 12 Taler ab, weil es beschädigt war und nur noch als Wasserkübel für den Blumengarten genutzt werden sollte. Der katholische Pfarrer war trotz aller Schäden beeindruckt von den prächtigen Reliefs des 1,17 Meter hohen Steins und erahnte wohl seinen historischen Wert. Er ließ ihn bei einem Kölner Bildhauer restaurieren und dann in der Hamborner Abteikirche aufstellen. Dort wurde er bis zum Jahr 1939 genutzt, danach wurde er an verschiedenen Orten gelagert.
Bei Recherchen über seinen Heimatort Hiesfeld war Tenberg auf die Existenz und Geschichte des Taufsteins aufmerksam geworden. Er schrieb darüber in seinem Buch "Von Wolfsjagden, stolzen Rittern und dem Gespenst aus dem Moor". Seine Ausführungen über den Taufstein endeten mit einem Wunsch: "Möglicherweise findet dieses geschichtsträchtige Schmuckstück aus der alten Zeit des Dorfes irgendwann einmal seinen Weg zurück in seine Heimat Hiesfeld."
Dieser Wusch Tenbergs ging mit der Rückführung des Taufbeckens im Frühjahr 2014 in Erfüllung. Maßgeblich beteiligt war daran der Rat der Förderstiftung der Evangelischen Dorfkirche Hiesfeld. Er erfuhr 2010 von Tenbergs Recherchen und erwirkte die Rückkehr des Taufsteins - als Dauerleihgabe.
Der Steinmetz Arnd Sondermann erläuterte anschließend, wie der Prozess der Restaurierung des wertvollen mittelalterlichen Kunstwerkes aussah. Er erläuterte, dass durch das Abtragen der diversen Farbschichten "500 Jahre der Geschichte des Taufsteins offenbar wurden". Sondermann überreichte Pfarrerin Schorberger-Waldhausen dann noch einmal feierlich den Schlüssel für die Abdeckung des Steins, der ja bei der Enthüllung schon zum Einsatz gekommen war.
Der stellvertretende Bürgermeister Thomas Groß betonte in seinem Grußwort abschließend noch einmal die besondere Bedeutung der Hiesfelder Dorfkirche, die ja erst seit 1525 protestantisch ist, als wichtiges ökumenisches Zeugnis der Stadtgeschichte Dinslakens und dankte allen beteiligten Verantwortlichen für ihr Engagement zur Rückholung des historischen Kunstwerkes.

Text: Ruth Levin





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Signetverleihung am 25. April 2009



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Renovierung der Kirchturmspitze








Auf die Spitze kommt es an!

Seit Wochen stand der Kirchturm unserer Dorfkirche öd und schmucklos da. Die gesamte Kirchturmbekrönung (Wetterhahn und Turmkreuz) wurden entfernt, weil sie abzustürzen drohte.

Die Spitze des Kaiserstiels - das senkrecht stehende oberste Holzteil der Dachkonstruktion - war verrottet, weil die Beschieferung defekt war; außerdem war die Stahlkonstruktion des Turmkreuzes angerostet.

Wir hatten also seit Monaten einen Zustand, wie ihn Wilhelm Busch seinerzeit in dem Gedicht "Der Wetterhahn" beschrieb:

Wie hat sich sonst so schön der Hahn auf unserm Turm gedreht und damit jedem kund getan, woher der Wind geweht.

Jetzt leckt man an den Finger halt und hält ihn hoch geschwind. Die Seite, wo der Finger kalt, von daher weht der Wind.

Der alte Hahn blieb uns erhalten. Seit 1782 stand er bei Wind und Regen in ca. 35 m Höhe. Wie es sich für einen funktionierenden Wetterhahn gehört, zeigte er seit 227 Jahren die Windrichtung an. Da unsere Dorfkirche noch aus jener Zeit stammt, in der das Kirchenschiff Richtung Osten gebaut wurde, ließ sich die Windrichtung so leicht bestimmen.

Der Hahn ist asymmetrisch und drehbar beweglich angebracht, um den auftretenden Kräften des Windes (Der Mensch hat keine Macht, den Wind aufzuhalten..." Prediger 8,8) standhalten zu können.

Fester Halt für den beweglichen Hahn auf unserer Kirchturmspitze - und Symbol für unseren Glauben - ist das Kreuz, das an Jesus Christus erinnert, der für uns gelitten hat, der gestorben und auferstanden ist.

Aber warum gerade ein Hahn an höchster Stelle?
Allgemein haben evangelische Kirchen einen Hahn auf dem Turm, während es bei den meisten katholischen Kirchen das Kreuz ist. Auch Wetterfahne, Kugel, Stern. Schwan oder Engel (z.B. der Geusendaniel auf der Stadtkirche in Dinslaken) sind auf verschiedenen Kirchtürmen zu entdecken.

Schon in vorchristlicher Zeit war der Hahn ein Symbol für Wachsamkeit. Als christliches Symbol mahnt er die Gläubigen, stets wachsam und auf die Wiederkunft Christi vorbereitet zu sein. Er erinnert daran, wie Petrus Jesus verleugnet hat (Matthäus 26, 34-35). In der Nacht vor der Kreuzigung Jesu, noch bevor der Hahn krähte, hatte Petrus drei Mal abgestritten, zu Jesus zu gehören. "Ich kenne den Menschen nicht", sagte er aus Angst, selbst gefangen genommen zu werden. Als er den Schrei des Hahns hörte, wurde er sich seines Versagens bewusst und erinnerte sich daran, dass Jesus ihm die Verleugnung angekündigt hatte.

Die Kirchturmspitze sagt uns: Denkt an Jesus Christus und verratet und verleugnet ihn nicht.

Der Hahn musste also seinen angestammten Platz in schwindelnder Höhe nach 227 Jahren erstmals verlassen...

Kurt Klump, Manfred Schmidt

...um auf einem neuen Kreuz am 31. Juli 2009 wieder dorthin zurückzukehren.



Erich Schult, Kurt Klump, Günter Diehl und
Manfred Paschedag

Noch ist die Kirchturmspitze leer, der riesige Baukran in Position gebracht, die Schlosser, Zimmerleute, Dachdecker und Blitzschutz-Fachleute warten auf ihren Einsatz...

... und dann ist es so weit...

Jetzt verrichtet der Hahn wieder seinen Dienst - am gewohnten Platz auf der Kirchturmspitze unserer Dorfkirche, hoch über den Dächern von Hiesfeld.
Der Statiker jedenfalls ist davon überzeugt.



Text:  Manfred Schmidt, Baukirchmeister
Fotos: Henryk Blecharczyk

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Wanderausstellung "Der Sündenbock" 2005

Im Oktober/November 2005 war im Rahmen "25 Jahre Rheinischer Synodalbeschluss zur Erneuerung des Verhältnisses von Juden und Christen" die Wanderausstellung "Der Sündenbock" in der Dorfkirche zu Gast.

In einem alten jüdischen Sühneritual werden einem Bock symbolisch die Sünden des Volkes aufgeladen und er wird hinausgetrieben in die Wüste, wo er verendet. Im Judentum spielt dieses Ritual an einem der höchsten Feiertage, dem Versöhnungstag, eine besondere Rolle, im Christentum ist es vielfach zur Ausdeutung des Weges Jesu herangezogen worden.

Die Figur des Sündenbockes rührt an eine psychische Wirklichkeit, die bis heute in politisch-sozialen Zusammenhängen wirksam ist: Jemand wird zum "Sündenbock" für etwas gemacht, das die Gemeinschaft nicht bewältigt hat. In dem alten Ritual nun tritt an seine Stelle ein Tier, auf das die zerstörerische Energie der Gemeinschaft abgeleitet wird.

Die israelischen Künstler Nehama Levendel und Nadav Bloch haben die Figur des Sündenbocks in den Mittelpunkt einer Wanderausstellung gestellt, die nun in Hiesfeld zu sehen sein wird. Ihre an biblischen Themen orientierten Arbeiten haben dabei eine erstaunliche Aktualität.

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