Evangelische Kirchengemeinde Hiesfeld - leben & erleben

Das Interview


Fr. Heidrun Kempken hat in unserer Gemeinde vor 35 Jahren den Flötenkreis „Fluitenhof“ gegründet und stand dem Presbyteriumsvorsitzenden, Martin Pieper, in einem Interview Rede und Antwort:


Liebe Fr. Kempken, vielen Dank für die Bereitschaft ein Interview zu führen. Wie lange leben Sie in unserer Gemeinde?

Fr. Kempken:
Ich wurde 1942 in Schröttersburg, das liegt ungefähr 100 km nördlich von Warschau, geboren. 1944 ist meine Mutter mit meinen Geschwistern und mir von Ostpreußen nach Sachsen geflohen. 1948 kamen wir nach Dinslaken und haben einige Jahre in Lohberg gewohnt. 1958 zogen wir nach Hiesfeld in die Taubenstraße und 1960 eröffneten meine Eltern in ihrem Haus ein Lebensmittelgeschäft, also von 1958 an war ich Mitglied der Evangelischen Kirchengemeinde Hiesfeld.

Wie entstand Ihre Liebe zur Musik?

Fr. Kempken:
Meine Liebe zur Musik war immer schon vorhanden. Nach Abschluss der Höheren Handelsschule und anschließender Tätigkeit als Sekretärin studierte ich von 1976 bis 1981 in Duisburg das Lehramt Primarstufe für die Fächer Evangelische Religion, Musik und Deutsch. Dabei nahm ich auch Gesangsunterricht und sang zu verschiedenen Anlässen, was mir immer viel Freude bereitet hat, u.a. auch im Bachchor und zu besonderen Anlässen in der Dorfkirche. Ebenso habe ich privaten Musikunterricht gegeben und viele Jahre im Kindergarten Taubenstraße im Bereich der musikalischen Früherziehung gearbeitet. 1970 hatte Pfarrer Posth die Idee, ein Orchester in unserer Gemeinde zu gründen. Dazu suchte er Musiker und sprach mich als Streicherin an. Ich hatte sofort Freude daran und mit Dr. Alexander Bülzebruck, Gustav Muthmann, Friedhelm Klump, Fr.ke Grimm, Dr. Lorenz, Klaus Posth und mir spielte das "collegium musicum" erstmals 1971 zusammen.

Wie kam es zur Gründung des "Fluitenhofs"?

Fr. Kempken:
1983 wurde durch den Wunsch einiger Damen aus dem actionsring frau und welt der Flötenkreis gegründet, und ich habe gerne die Leitung übernommen. Wichtig war auch die Unterstützung von Pfarrer Klaus Posth und Kirchenmusiker Friedhelm Klump, die dieses Projekt befürworteten. Wir trafen uns 14-tägig im privaten Kreis und musizierten mit viel Freude von 1983 bis 1987. Zunächst waren wir 5 Damen, die gemeinsam musizierten: Trude Berning, Margret Meyer, Mathilde Tylle, Gesine Gärtner und ich.

Der Name Fluitenhof ist ungewöhnlich

Fr. Kempken:
Es entstand damals die Idee, dem Flötenkreis einen Namen zu geben: "Fluitenhof". Wir fanden ein Notenheft von Jakob von Eik, das "Der Fluitenlusthof" hieß. Jakob von Eik lebte um 1700 und hatte als niederländischer Musiker die Aufgabe, Besucher des Friedhofs mit Flötenmusik zu unterhalten. Auch wir möchten die Menschen mit Flötenmusik unterhalten und aus "Fluitenlusthof" wurde "Fluitenhof". Der Name unserer Gruppe war geboren.

Wann war der erste öffentliche Auftritt des Fluitenhofs?

Fr. Kempken:
1987 stand das Gemeindefest unter dem Motto "Der Himmel geht über allen auf". Dort wurden wir offiziell als Gemeindegruppe vorgestellt, und von da an trafen wir uns im Gemeindehaus Kirchstraße zur Probe.

Wo traten sie mit der Musikgruppe auf?

Fr. Kempken:
In 35 Jahren spielten wir regelmäßig in Gottesdiensten, hatten ein Konzert mit dem Posaunenchor, spielten in den Adventsandachten der Kirchengemeinde und auf Geburtstagen und Hochzeiten. Im Vordergrund stand aber immer die Freude am gemeinsamen Musizieren und der Gemeinschaft. So machten wir auch jährlich einen gemeinsamen Ausflug. Unser erster Ausflug ging 1986 nach Erle. Gerne denke ich auch an die Ausflüge zur Bundesgartenschau nach Düsseldorf (1987) und an die Fahrten nach Amsterdam (1989), Gent (1992) und Kevelaer (1996). Dort hatten wir gemeinsam immer viel Freude und Spaß.

Nach nun 35 Jahren hört der Fluitenhof auf zu spielen?

Fr. Kempken:
Ja, aus gesundheitlichen und altersbedingten Gründen haben wir uns jetzt gemeinsam dazu entschlossen. Das jüngste Mitglied unserer Gruppe ist 73 Jahre alt. Wir werden uns aber weiterhin privat treffen und gemeinsam "Lustflöten". So schließt sich nach 35 Jahren der Kreis: aus dem "Fluitenhof" wird nun ein "Lustflöten", und wir denken dabei an das namengebende Notenheft von Jakob von Eik "Fluitenlusthof".
Es fällt mir sehr schwer, mit der Musikgruppe aufzuhören. 35 Jahre gehörte die Musikgruppe zu meinem Leben, der Mittwoch war vormittags immer für diesen Termin belegt.
Ich freue mich aber sehr, dass wir uns weiterhin treffen und gemütlich beisammen sein können.

Waren Sie auch noch in weiteren Gruppen unserer Gemeinde tätig?

Fr. Kempken:
Ja, ich war 10 Jahre Mitglied im theologischen Ausschuss unserer Kirchengemeinde. Pfarrer Posth sprach mich damals an, ob ich Interesse an der Mitarbeit hätte. Da ich mich immer als kritische Christin sah, habe ich ihm geantwortet: "Wenn ich da mitmache, werde ich auf dem Scheiterhaufen verbrannt". Das ist ja Gott sei Dank nicht passiert und 10 Jahre zeigen, dass mir die Arbeit in diesem Ausschuss viel Freude gemacht hat.

Was bedeutet die Kirchengemeinde für Sie?

Fr. Kempken:
Die Evangelische Kirchengemeinde ist mein Zuhause, ich habe mich immer sehr mit ihr verbunden gefühlt. Ich freue mich, dass meine Tochter und meine drei Enkelkinder auch aktive Gemeindeglieder sind und sich mit der Gemeinde verbunden fühlen. Das gibt mir ein gutes Gefühl.

Haben Sie einen Wunsch an die Kirchengemeinde?

Fr. Kempken:
Ja, ich habe sogar drei Wünsche, die mir wichtig sind: Die Kirchengemeinde soll offen bleiben für andere Meinungen und Sichtweisen, die Menschen sollen fröhlich ihren Glauben feiern, und ich wünsche mir eine/n gute/n und beständige/n Nachfolger/in für die Besetzung der Pfarrstelle im 3. Pfarrbezirk.

Liebe Frau Kempken, ich danke Ihnen für das interessante und offene Interview. Im Namen der Kirchengemeinde möchte ich mich bei Ihnen und den anderen Mitgliedern des "Fluitenhofs" für das 35-jährige Engagement und die vielen schönen musikalischen Stunden bedanken. Seien Sie alle Gott befohlen.

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